Hass im Netz

↪„heftige Abneigung; starkes Gefühl der Ablehnung und Feindschaft gegenüber einer Person, Gruppe oder Einrichtung“1

Wenn man “Hass im Netz” bei Google in die Suchleiste eingibt, erhält man um die 4420002 Ergebnisse und fast täglich neu erscheinende Schlagzeilen zu diesem Thema. Die Frage ist, warum man sooft mit diesem Thema in Berührung kommt und warum es so verbreitet ist? „Dass man online ausrastet, ist vielleicht das Natürlichste der Welt.“3 Im Zeitalter von Twitter, Facebook, Instagram und Co, ist es für die Nutzer der Plattformen so gut wie unmöglich nicht mit Hass im Netz konfrontiert zu werden.

Hass ist aber nicht gleich Hass.
Laut Ingrid Brodnig, die ein Buch mit dem Titel „Hass im Netz“ geschrieben hat, gibt es zwei Arten von Hass im Netz. Zum einen wären da die „Trolle“, also jene, die andere Nutzer einfach nur provozieren und ärgern wollen. Sie sind oft von Sadismus angetrieben und haben Spaß daran, andere zur Verzweiflung zu bringen. Sie sind meistens nicht an der eigentlichen Diskussion oder dem Thema interessiert, sondern wollen durch ihre Kommentare Streit auslösen.

Auf der anderen Seite gibt es die „Glaubenskrieger“. Diese haben für sich die Aufgabe, jedem ihr Weltbild aufzudrängen. Dabei sind sie so eingenommen von ihrer Meinung, dass sie nicht davon ablassen und bereit sind ethische Grenzen zu überschreiten um ihre für sich einzig richtige Wahrheit zu vertreten. Sie lassen sich von Fakten und vernünftigen Argumenten nicht beirren und sind in ihrem Tonfall meist unfreundlich und aggressiv.

Online seine negativen Meinungen preiszugeben ist für viele einfacher, da man im Netz schnell Gleichgesinnte trifft. Menschen die mit ihrer Einstellung zu Randgruppen gehören, fallen im Netz viel mehr auf, weil sie sich mit ihrer Meinung abheben und hervorstechen. Sie steigern sich online immer mehr in Wut und Angst hinein und gründen Facebook Gruppen oder erstellen Webseiten. Laut Brodnig sind „Echokammern“ digitale Räume, bei denen die eigene Meinung wie ein Echo zurück hallt und genau hier ist die Gefahr sehr groß, dass sich die Meinung zu einem Thema verfestigt und man Lügengeschichten und Falschmeldungen glaubt. Für viele ist es einfacher online seine Meinung preiszugeben, als persönlich. Online bekommt man die Reaktion seiner Meldung nicht mit – man sieht zum Beispiel nicht wie man andere mit seinen Worten verletzt und somit berührt einen die Wirkung eher weniger. Im Internet hat man somit einen gewissen Enthemmungseffekt sich zu etwas zu äußern. „Die Hassrede ist [aber] keine Konsequenz der Sozialen Netzwerke, sondern die sozialen Netzwerke liefern ihr nur einen bequemen Weg vom Stammtisch direkt in die Öffentlichkeit.“4 Ein weiterer Grund warum Hass im Netz so erfolgreich ist, ist, dass man zu wenig hinterfragt. Wenn man schon eine gewisse Meinung zu etwas hat, ist es einfacher Meldungen zu glauben, auch wenn sie Falschmeldungen sind, als sie zu hinterfragen. Des weiteren werden zum Beispiel Facebook Nutzer durch Algorithmen schon so manipuliert, dass sie basierend auf ihren Klicks und Likes bestimmte Inhalte gezeigt bekommen. Unsere Wahrheit wird also durch Technik beeinflusst, über die wir so gut wie keine Kontrolle und Macht haben. Somit bleibt man bei seinem gewohnten Umfeld und wird leider nicht so einfach umdenken. Was viele bei ihren Hasspostings aber nicht bedenken, oder was ihnen wahrscheinlich egal ist, ist, dass zum Beispiel laut dem deutschen Grundgesetz die Würde des Menschen unantastbar ist und dies auch für das Internet gilt.5

Wichtige oder interessante Links:

Quellen:

1 Webdefinition Duden, http://www.duden.de/rechtschreibung/Hass (7..12.2016)

2   Stand vom 7.12.2016

3 Brodnig, http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-04/brodnig-hass-im-netz (7.12.2016)

4 Stefanowitsch, Hate Speech – Hass im Netz. Information für Fachkräfte und Eltern, lfmpublikationen.lfm-nrw.de/modules/pdf_download.php?products_id=442 (7.12.2016)

5 vgl. Artikel 1 deutsches Grundgesetz, https://de.wikipedia.org/wiki/Artikel_1_des_Grundgesetzes_für_die_Bundesrepublik_Deutschland, (31.12.2016)

 

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