l’elegance et la simplicité

Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft

So ziemlich alle Menschen können mit dem Begriff Coco Chanel etwas anfangen, ob jung oder alt, männlich oder weiblich oder gar modebewusst und nicht modebewusst. Aber eines ist klar: solange man sich nicht explizit mit der Geschichte dieser Frau beschäftigt hat, verbindet man diesen großen Namen meist schlicht und einfach nur mit Kleidern und der heutigen Mode. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, mir die Verfilmung ihrer Lebensgeschichte anzusehen um herauszufinden was hinter diesem großen Namen eigentlich steckt. Das Ergebnis war eine unglaublich ehrgeizige und einzigartige Frau, die etwas geschafft hat, was keiner und vor allem keine Frau zu dieser Zeit erreicht hat: Nämlich nicht nur eine Veränderung der Modewelt sondern auch eine Veränderung des Frauenbildes.

Der Film handelt von Gabrielle „Coco“ Chanel, einer jungen Frau (* August 1883, Saumur; † Jänner 1971, Paris), die von Freiheit und Unabhängigkeit träumt und diesen Traum letztendlich auch verwirklicht. Geprägt von ihrer Kindheit, die sie ab ihrem zwölften Lebensjahr zusammen mit ihrer älteren Schwester im Waisenhaus verbringt, ist sie fest entschlossen mehr aus ihrem Leben zu machen. Mit Bühnenauftritten und als Näherin kann sie sich gerade noch über Wasser halten, doch mit einigen Bekanntschaften und viel Willenskraft schafft sie den Sprung in die französische Gesellschaft.

Basierend auf ihrer Lebensgeschichte, hat sich Chanel meiner Meinung nach einen Platz als Feministin in der Mitwirkung des heutigen Daseins der Frau verdient und somit auch den folgenden Beitrag zum Thema Feminismus:

Sie ist anders als die üblichen Frauen, zierlich und mager. Chanel sieht man ständig mit einer Zigarette im Mund und auch so hat sie nicht die typischen Eigenschaften, die man von einer Frau auf den ersten Blick erwartet. Sie beabsichtig auch nie zu heiraten, will niemandes Frau sein. Ihr gefällt die Vorstellung in das Schema einer typischen Frau zu passen nicht und dementsprechend kleidet sie sich auch. Weite Hosen und Blusen, flache Schuhe, Krawatten, keine Korsetts: zu der Zeit eigentlich ein absolutes Tabu für Frauen. Die Devise für Frauen dieser Zeit, war es eigentlich aufzufallen, Dekolleté zu zeigen und sich in enge Korsetts zu schnallen bis sie keine Luft mehr bekommen. Chanel aber legt viel mehr Wert auf Bequemlichkeit und Einfachheit und zugleich auch auf die Verführbarkeit. Meist bedient sie sich mit den Kleidungsstücken ihres Liebhabers, die sie nur ein bisschen verändert und dann zu den ihren macht. Auch für die übertrieben geschmückten Hüte der Frauen, die sie als „Törtchen auf dem Kopf“ bezeichnet, hat sie eine schlichtere, weniger farbenfrohe, Variante. Sie beginnt solche Hüte für einige Damen der höheren Gesellschaft zu machen, die begeistert und zugleich auch skeptisch von dieser Schlichtheit sind.

Vor allem in Frankreich war es unüblich für eine Frau zu arbeiten um den „bescheidenen Rest an Galanterie“ zu bewahren. Umso schockierender für die anderen höher gestellten Frauen und Männer, dass Coco ihr Geld eigenständig verdienen will um unabhängig zu sein. Ihre erste richtige Liebe, ein wohlhabender Engländer, sieht diese Eleganz und den Willen in ihr und ist bereit sie finanziell zu unterstützen. Aus anfänglichen Hutverkäufen werden Haute Couture Kleider. Eine neue Ära bricht an und mit ihr eine neue Lebensart. Frauen können sich mit ihrer Mode und vor allem ohne das Korsett endlich mehr bewegen und frei fühlen. Es wird auch zum ersten Mal mehr Bein gezeigt, durch ihre Erfindung des Cocktailkleides. Damit kommt auch eine gewisse sexuelle Befreiung einher. Mit ihren Lieblingsfarben schwarz, weiß und beige, mischt sie die Farben in der Modewelt neu, die vorher aufgrund ihrer Schlichtheit ebenfalls eher unüblich waren. Darüber hinaus hat sie männliche Anzüge „verweiblicht“ und somit auch für die Frauenwelt zugänglich gemacht.

Doch all dies hinderte sie nicht daran, ihre Ziele zu verwirklichen und damit eine der einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts und der Modebranche zu werden.

Streifen, Pattern, „das kleine Schwarze“, das Tweed-Jäckchen, die Kurzhaarfrisur – eine Revolution in der Mode- und Damenwelt, die uns bis heute geblieben ist. In einer von Männern dominierten Welt schafft sie es ein Imperium aufzubauen, welches heute noch ihren Namen trägt.

Mein Fazit:

Sie hat den Frauen eine Stimme gegeben, die sie so vorher in dieser Form nicht hatten. Sie hat ihnen ein komplett neues Gefühl von Freiheit vermittelt, indem sie sie von ihren gesellschaftlichen Zwängen befreit hat. Denn Mode war immer schon ein Teil der Gesellschaft und ist es heute vielleicht sogar umso stärker, vor allem da der Feminismus sich gerade in diesem Bereich deutlich widerspiegelt, indem versucht wird gesellschaftliche Normen zu durchdringen. Alle Körpertypen und Hauttypen sollten gleich vertreten sein und die meisten, zumindest die großen Modehäuser, haben diesen „Trend“ verstanden. Magermodels sind in einigen Ländern schon verboten während Plus-Size-Models und Fit-Models gerade den Mode-olymp erobern. Mit Mode können wir ausdrücken wer wir sind und was uns inspiriert, es ist eine Ausdrucksweise, die immer schon ein wichtiger Teil war, vor allem aber für uns Frauen. Somit ist es kein Geheimnis, dass sich mit der Emanzipation der Frau auch der Kleidungsstil geändert hat. Jede Frau sollte das Recht haben sich so zu kleiden wie sie es will und nicht anhand irgendwelcher gesellschaftlicher „Vorschriften“. Und gerade weil dies eben zur damaligen Zeit nicht üblich war, bewundere ich den Ehrgeiz und den Mut zur Einzigartigkeit den Coco hatte, weil sich selbst heute einige Frauen nicht trauen ihren Weg zu gehen, aus Angst vor Reaktionen der anderen. Gabrielle Chanel hatte keine Angst, vielleicht auch schon, aber zumindest hat es sie nicht behindert ihren Weg zu gehen.

Eine Frau, frei von jeder Scheu anders zu sein und diese auch zu präsentieren.

Eine Frau, voller Willenskraft, die beweist das alles möglich ist, wenn man es nur will, selbst in einer von Männern dominierten Welt.

Eine Frau, mit kurzen Haaren und einer Zigarette in der Hand, die nicht versucht irgendwelchen Erwartungen und Klischees zu entsprechen.

Eine Frau, die ihre Weiblichkeit durch Eleganz vermitteln will.

Eine Frau, die eine Revolution des weiblichen Auftretens herbeigeführt hat.

Eine Frau, die für das Selbstbewusstsein und für die moderne Frau einstand.

Eine Frau, die unabhängig und frei ist.

Eine Frau, eine Inspiration.

Eine Frau, mit einer Botschaft für alle:

„Simplicity is the keynote of all true elegance.“ – Coco Chanel

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